Termine

Weltmeisterschaft 2020

Sa | 01.08.20 - Mo | 10.08.20

Sankt Petersburg, Russland

Bundesentscheid 2020

Do | 27.08.20 - So | 30.08.20

Hehlinger Hof, 57614 Wahlrod

Wettbewerbe

Trotz erheblicher technischer Vervollkommnung von Pflügen und Schleppern, kann auf eine gründliche Ausbildung, dauernde Übung und die daraus gewonnene eigene Erfahrung in der ursprünglichsten aller Arbeiten des Landbaues, im Pflügen, nicht verzichtet werden. Der Fachmann weiß, dass eine ordentliche und zeitgerechte Pflugfurche den Kostenaufwand für die nachfolgenden Ackerbauarbeiten senken hilft. Sorgfalt beim Pflügen macht sich nach wie vor bezahlt. Im Wissen um die große Bedeutung des Pflügens führen die verschiedenen Organisationen seit Jahren das Leistungspflügen, sowohl als lokale Wettbewerbe, als auch als Landes- und Bundeswettbewerb, und auch auf internationaler Ebene durch.

Im zweijährigen Turnus mit dem Bundesentscheid, eine Veranstaltung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, werden in den Bundesländern die Landesentscheide durchgeführt. Die Sieger dieser Wettbewerbe nehmen in der Folge an den jeweils höherrangigen Entscheiden bis hin zu den jährlich stattfindenden Europameisterschaften und Weltmeisterschaften teil.

Oberstes Ziel ist immer die Unterweisung der Landjugend im Pflügen und in der fachgerechten Bodenpflege sowie die Förderung von Verständnis der Zusammenhänge zwischen ordentlicher Bodenbearbeitung und einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit. Der Deutsche Pflügerrat folgt mit seinen Aktivitäten der Idee, Tradition und Innovation mit einander zu verbinden. Pflügen im Wettbewerb stellt eine handlungsorientierte Form des Lernens dar. Die Teilnehmer demonstrieren vor den kritischen Augen der Richter und Zuschauer auf kleiner Parzelle alle Techniken aus der Praxis. Zusätzlich zum praktischen Pflügen wird ein Test über die theoretischen Grundkenntnisse und die Fachkompetenz der Teilnehmer durchgeführt. Das Ergebnis aus diesem Test wird in die Gesamtbewertung einbezogen.

Für das Leistungspflügen wird kein bestimmtes Pflugmodell oder Fabrikat vorgeschrieben, sondern es wird eine sachgerechte Arbeit verlangt. Der Pflug wird vom Teilnehmer selbst ausgesucht. Er kann ihn entsprechend seiner eigenen Erfahrungen ausrüsten und modifizieren. Das gilt im Besonderen für Einstellungs- und Bedienungselemente.

Entsprechend der geforderten Arbeitsweise - nämlich freischneiden, aufnehmen, bearbeiten und wieder ablegen der Erde -, soll der Pflug ausgerüstet sein mit Schar, Sech, Vorschäler, Streichblech und einer Streichschiene. Die Bearbeitung beinhaltet die Unterbringung von Ernterückständen, Dünger und Bewuchs und die Krümelung durch die Verwindung der Erde auf dem Streichblech und eine saubere Wiederablage.

Jede nachträglich hinzugefügte Vorrichtung, meist nicht gebräuchlicher Bauteile, welche die Furche nach der eigentlichen Pflugarbeit behandeln und formen, sind als unerlaubte Zusatzausrüstung anzusehen. Die Richter, unter Leitung des Oberrichters, sollten vor jedem Wettbewerb die Pflüge dahingehend überprüfen.

Der Pflug ist eine der genialsten Erfindungen der Menschheit. Pflügen im Wettbewerb dient auch der Ertüchtigung der künftigen Landwirte im Umgang mit diesem Gerät und in der Kunst, den Boden auch ohne motorgetriebene, rotierende Geräte für den Anbau vorzubereiten.

Bei der Entscheidung für einen bestimmten Pflug sollten besonders die jungen in Ausbildung stehenden Landwirte den im Betrieb vorhandenen und auch in der Praxis eingesetzten Pflug berücksichtigen. Die modernen mehrscharigen Drehpflüge sind in der Regel mit guten Vorwerkzeugen ausgestattet und auf den im Betrieb vorhandenen Traktor abgestimmt. Dadurch werden die technischen Vorbereitungen für eine Teilnahme am Pflügen im Wettbewerb wesentlich vereinfacht.